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Italico Brass - Portrait eines venezianischen Knaben mit Puppe *14.12.1870 Gorozia (Görz) - 16.8.1943 Venedig Stilrichtung: Italienische Schule Technik: Öl auf Leinwand Maße: Bild ca. 32 x 32cm, Rahmen 41 x 41cm Signatur: r.u. "I. Brass" Datierung: ./., ca. 1900/1920 Zustand: Bild altersgemäß gut, noch rel. Frisch glänzende Farben, etwas unauffällige Craquelée, kleine, kaum sichtbare Schramme r.u. am Cape; Leinwand etwas gewellt; wohl originaler, innen vergoldeter Holzrahmen gut bis befriedigend
Faszinierendes Altmeisterwerk von virtuoser Plastizität und Lebendigkeit. Ein blonder, schelmisch lachender Knabe, der in den Armen eine Puppe hält, als wollte er sie verstecken, schaut am Betrachter vorbei in die Ferne. Bedeutender, international hoch geschätzter Zeichner sowie impressionist. Landschafts- u. Porträtmaler, lt. Vollmer (1, S.301) ein "Geistvoller Chronist Venedigs, seiner Feste, Prozessionen u. seines bewegten malerischen Volkslebens, dabei gern auf das Kostüm des 18. Jahrhunderts zurückgreifend" (wie bei diesem Knaben-Bild!). IB war befreundet mit dem Schriftsteller Ezra Pound. Bei Artprice.com ist er mit 49 Auktionen gelistet, beste Ergebnisse in Euro (jeweils plus ca. 25% Gebühren): 18.200/ 17.000/ 16.545/ 15.031/ 12.181/ 4.500/ 3.700. Schätzpreise bis 25.000€. Lit.: ThiemeBecker; AKL, Benezit u.a.
Aus AKL-Künstlerlexikon: „Brass, Italico, ital. Maler, Kunstsammler, *14.12.1870 Gorizia, †16.8.1943 Venedig. Nach Lehre in Gorizia reist er 1887 nach München, hier Schüler des Landschaftsmalers Karl Raupp. Nachfolgend sieben Jahre in Paris, tätig u.a. in den Ateliers von Adolph William Bouguereau und Jean Pierre Laurens. Lernt hier Lina Rebecca Vidoff kennen, die er 1895 heiratet, vor seiner endgültigen Rückkehr nach Venedig. Zunächst in Chioggia, wo er das Leben der Fischer schildert. Die Arbeiten des Zeitraums 1893-95 zeigen in der Schärfe der Zchng und der Monumentalität des Bildbaus deutlich eine akad. Auffassung. Aber schon mit dem Ritratto della moglie (1896; auf der Welt-Ausst. 1900 in Paris ausgezeichnet), befreit B. sich von der plast. Auffassung der Malerei und kommt zu einer stärkeren Betonung der maler. Werte im Sinne von Whistler und der Orientmaler. Erneute Auseinandersetzung mit dem frz. Impressionismus und seinen Epigonen (v.a. Jean François Raffaëlli), aber auch mit den Portr. von Giovanni Boldini, der seit 1872 in Paris lebt, zeigen die Portr. Giuseppe Brunati (1900), Nino Brunetto (1903) und das Ritratto della moglie (1904). Daneben Stud. der venez. Vedutisten: von Francesco Guardi übernimmt er Sujets, den schnellen und leichten Pinselstrich und die Reduzierung der Figuren auf farbige Flecken. In Sacca Fisola, 1904, Ponte di barche alla Salute, 1904, Ponte dei Greci, 1905, und Sulla spiaggia al Lido, 1909, ist die Stille der Lagune durch ein Licht wiedergegeben, das alle Formen und Gegenstände gewissermaßen entstofflicht. In Campo S.Margherita (1905-06) und La merenda a S.Nicoletto (1909) schildert B. den venez. Alltag und erneuert damit die Genre-Malerei des 19.Jh., wobei er die Figuren summarisch behandelt und Komp.-Schemata vernachlässigt. Campanile in costruzione und Piazza San Marco (beide 1909) belegen in ihrer formalen Sicherheit die künstler. Reife und B.s Interesse für den Campanile (1902 eingestürzt und jetzt wiedererrichtet)...
WERKE BUDAPEST, Szépmuevészeti Múz. BUENOS AIRES, Mus. Nac. FLORENZ, Uffizien: Selbstbildnis, 1924. – ABA. GORIZIA, Comune. – Mus. Prov. MAILAND, Gall. d'Arte Mod. PARIS, Mus. Luxembourg. PIACENZA, Gall. d'Arte Mod. PITTSBURGH, Carnegie Inst. ROM, Gall. Naz. d'Arte Mod. SANTIAGO DE CHILE, Mus. SYDNEY, Art Gall. of New South Wales. UDINE, Civ. Mus. VENEDIG, Ca' Pesaro. SELBSTZEUGNISSE Sulle orme di San Marco, Mi. 1917."
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